Tag 12 ???
- Sandra

- vor 10 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
Mi., 03.03.2027 – White Sands → Caprock Canyon
White Sands und Beginn der langen Texas-Etappe

Abfahrt zu humaner Zeit
Der Weg ist das Ziel
Übernachtung: Honey Bee CG Caprock Canyon
Geplante Meilen: 250mi
Geplante Fahrzeit: 4.5h
Reservierungen: ja
Geplante Unternehmungen:
Heute geht es weiter Richtung Texas.
Nach der Nacht in Santa Rosa / White Sands verlasse ich New Mexico und fahre weiter nach Osten. Vor mir liegt noch einmal ein richtig schöner Mix aus Route 66, endlosen Highways, amerikanischem Straßenkitsch und schließlich einer Landschaft, die mit dem flachen Texas Panhandle erst einmal überhaupt nichts gemeinsam zu haben scheint.
Von Santa Rosa geht es zunächst Richtung Tucumcari.
Tucumcari gehört zu den Orten, bei denen ich ganz sicher nicht einfach vorbeifahren möchte. Alte Motels, Neonreklamen, Wandmalereien und jede Menge Route-66-Nostalgie erinnern noch heute an die Zeit, als die Mother Road mitten durch den Ort führte.
Das berühmte Blue Swallow Motel möchte ich zumindest von außen sehen und natürlich darf auch das klassische Route-66-Schild irgendwo auf einem Foto nicht fehlen.
Danach geht es weiter Richtung Osten.
Je näher ich Texas komme, desto weiter wird die Landschaft. Die Berge verschwinden langsam und vor mir liegt irgendwann nur noch Horizont.
Kurz vor der Grenze wartet in Adrian noch ein kleiner, aber ziemlich symbolischer Stopp.
Hier befindet sich der geografische Mittelpunkt der historischen Route 66. Vom Midpoint sind es jeweils ungefähr 1.139 Meilen bis Chicago und Los Angeles.
Und wenn ich dort stehe, habe ich zumindest einen Teil dieser legendären Straße tatsächlich selbst gefahren.
Danach heißt es Abschied nehmen von New Mexico.
Welcome to Texas.
Mein nächstes großes Ziel ist Amarillo.
Kurz vor Amarillo wartet in Adrian einer dieser Stopps, die auf einer Route-66-Reise einfach dazugehören.
Hier stehe ich tatsächlich genau in der Mitte der legendären Mother Road. 1.139 Meilen sind es von hier nach Los Angeles – und genauso viele nach Chicago.
Natürlich muss ich am berühmten Halfway Point beziehungsweise Midpoint Sign anhalten. Direkt gegenüber liegt das historische Midpoint Café und auch auf der alten Fahrbahn ist der Mittelpunkt der Route 66 markiert.
Ein Foto am Schild ist Pflicht.
Auch wenn ich auf dieser Reise natürlich nicht die komplette Route 66 von Los Angeles nach Chicago fahre, dürfte sich dieser Moment trotzdem ziemlich besonders anfühlen: mitten in Texas, irgendwo zwischen Anfang und Ende einer der berühmtesten Straßen der Welt.
Aber bevor ich in die Stadt fahre, wartet direkt an der Interstate noch einer dieser Orte, die eigentlich komplett absurd sind und gerade deshalb unbedingt auf einen amerikanischen Roadtrip gehören.
Cadillac Ranch.
Zehn Cadillacs stecken hier mit der Front voran im texanischen Boden. Seit den 1970er-Jahren stehen sie mitten auf einem Feld westlich von Amarillo und wurden inzwischen mit unzähligen Schichten Graffiti überzogen.
Schön?
Darüber kann man vermutlich streiten.
Amerikanisch?
Definitiv.
Und natürlich werde ich anhalten.
Danach geht es hinein nach Amarillo. Auch hier möchte ich mir ein bisschen Zeit lassen und zumindest einen Eindruck von der historischen Route 66 bekommen. Vielleicht irgendwo etwas essen, Kaffee holen oder einfach ein Stück durch die Stadt cruisen.
Amarillo ist aber heute noch nicht mein Tagesziel.
Denn anschließend verlasse ich die Interstate und fahre weiter Richtung Südosten.
Und genau hier dürfte sich die Landschaft noch einmal komplett verändern.
Zunächst führt die Straße durch die scheinbar endlosen Ebenen des Texas Panhandle.
Flaches Land, riesige Felder, Ranches und dieser gewaltige Himmel, unter dem selbst mein Camper plötzlich ziemlich klein wirken dürfte.
Irgendwann beginnt die Ebene jedoch aufzubrechen.
Vor mir liegt die Caprock Escarpment – eine bis zu rund 1.000 Fuß hohe Geländestufe, die die flachen High Plains von den tiefer gelegenen Rolling Plains trennt.
Und irgendwo dazwischen liegt mein Ziel für heute.
Caprock Canyons State Park.
Für die gesamte Strecke von Santa Rosa über Amarillo bis zum Caprock Canyons State Park rechne ich mit ungefähr 230 bis 250 Meilen und rund 4 bis 4½ Stunden reiner Fahrzeit.
Aber auch heute sagt diese Zahl eigentlich nicht viel über meinen Tag aus.
Mit Tucumcari, Route-66-Stopps, dem Midpoint in Adrian, Cadillac Ranch, Amarillo und den obligatorischen Pausen unterwegs werden daraus bei mir vermutlich sieben bis neun Stunden.
Am Nachmittag möchte ich schließlich im Caprock Canyons State Park ankommen.
Und hier wartet noch einmal ein ganz anderes Texas auf mich.
Rote und orangefarbene Canyonwände, Prärie, kleine Seen und mittendrin die Tiere, wegen denen dieser State Park überhaupt auf meiner Route gelandet ist.
Bisons.
Caprock Canyons ist die Heimat der offiziellen Texas State Bison Herd. Die Tiere bewegen sich frei auf mehr als 10.000 Acres innerhalb des Parks und können dabei durchaus auch einmal auf der Straße stehen.
Im Zweifelsfall hat dann der Bison Vorfahrt.
Und ich habe Zeit.
Genau darauf freue ich mich.
Nach all den Meilen dieses Tages möchte ich den Camper abstellen und einfach noch ein bisschen durch den Park fahren oder zu Fuß losziehen. Vielleicht habe ich Glück und sehe bereits am ersten Abend die Herde.
Mit dem Lectric könnte ich ebenfalls noch eine kleine Runde drehen. Im Park gibt es mehr als 25 Meilen an Trails, von denen viele auch für Fahrräder freigegeben sind. Ob ich nach diesem langen Tag darauf noch Lust habe, entscheide ich allerdings spontan.
Vielleicht reicht mir auch einfach ein Stuhl vor dem Camper.
Etwas zu essen, langsam verschwindendes Tageslicht über den roten Canyons und irgendwo in der Prärie eine Herde Bisons.
Denn genau deshalb wollte ich hierher.
Heute liegen noch einmal ungefähr 240 Meilen amerikanischer Roadtrip vor mir.
Route 66 in Tucumcari, der Mittelpunkt der Mother Road in Adrian, Cadillac Ranch und Amarillo – und am Abend statt Neonreklamen und Interstate plötzlich Bisons und rote Canyons.
Ein ziemlich guter Wechsel.
Und langsam wird mir vermutlich auch bewusst werden, dass dieser Roadtrip seinem Ende entgegengeht.

Und so war es wirklich:
Tagesfazit:
⭐ Highlight des Tages
👎 Flop des Tages
🚐 tatsächlich gefahrene Meilen / Fahrzeit
⛽ Spritkosten
🏕️ Übernachtungskosten
🌡️ Wetter
📸 Foto des Tages




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